Stellungnahme zur Löwenumfrage 2.0

Wie Ihr sicher mitbekommen habt, läuft derzeit eine Umfrage der TSV 1860 München GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit INNOVATION PARTNERS. In der Löwenumfrage 2.0 geht es unter Anderem um das Thema Spielstätte.

Grundsätzlich ist es natürlich lobenswert, dass Vereinsmitglieder und Fans nach ihrer Meinung gefragt werden. Gerade beim TSV 1860 München war das in der Vergangenheit viel zu selten der Fall. Jedoch sollte eine solche Umfrage auch gewissen Qualitätskriterien erfüllen, was bei der Löwenumfrage 2.0 nur bedingt der Fall ist. Einige Fragen bzw. die damit verbundenen Antwortmöglichkeiten verursachen bei uns doch ziemliches Kopfschütteln. Über die Frage, ob man Fan des TSV 1860 München wäre (wer sonst sollte bitte daran teilnehmen?) kann man ja durchaus schmunzeln. Andere Fragestellungen hingegen sind einfach nur ärgerlich und aus unserer Sicht auch riskant.
Unsere Hauptkritikpunkte wollen wir daher an dieser Stelle nennen und begründen:

Fragen 13 und 14 („In Deutschland gibt es verschiedene Fußballstadien mit Stärken und Schwächen. Welche Aspekte sind für Dich besonders wichtig?“):
Mögliche Antworten sind hier unter Anderem Vollüberdachung, VIP-Bereich und Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Diese Kriterien sind Zulassungsvoraussetzungen für Spielstätten der 1. und 2. Bundesliga und im Falle eines Aufstiegs ohnehin nicht verhandelbar. Wie viele Umfrageteilnehmer diese Kriterien für wichtig erachten, ist daher völlig irrelevant. Eine weitere Antwortmöglichkeit lautet TSV 1860 München als Eigentümer. Es wird also eine Option ins Spiel gebracht wird, die auf Grund der wirtschaftlichen Lage der KGaA auf absehbare Zeit völlig unrealistisch ist. Und welche Zuschauerkapazität genau sich hinter der Antwort Kapazität (Platz für alle Löwenfans) verbergen soll, wird wohl das Geheimnis der Ersteller dieser Umfrage blieben.

Frage 16 („Welche Zuschauerkapazität für ein Stadion des TSV 1860 München hältst Du auf lange Sicht für richtig?“)
Die Frage nach der gewünschten Stadionkapazität wird hier zwar präzisiert, indem unterschiedliche Kapazitäten zur Auswahl stehen. Wünschenswert wären hier aber Auswahlmöglichkeiten gewesen, die zumindest ansatzweise realistisch sind.

Frage 17 („Würdest Du zukünftig lieber im Stadion essen und trinken, wenn der TSV 1860 München an den Umsätzen beteiligt wäre?“)
Auch hier wird eine Frage gestellt, die einfach nur irrelevant ist. In keinem Stadion in München gäbe es die Option, den TSV 1860 an den Gastronomieumsätzen zu beteiligen. Im Grunde geht es also einzig darum, ob der TSV 1860 München ein eigenes Stadion bauen soll. Nachdem genau danach im weiteren Verlauf der Umfrage gefragt wird, hätte man sich diesen Punkt auch einfach sparen können.

Frage 18 („Die Landeshauptstadt München erwartet vom TSV 1860 München eine Haltung zum geplanten Umbau des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße. Vorneweg ist zu erwähnen, dass nach aktuellem Kenntnisstand der geplante Umbau lediglich für die Lizenz zur 2. Bundesliga ausreichen könnte. Was meinst Du?“)
Die Fragestellung suggeriert, dass im Falle eines Umbaus der Spielbetrieb in der 1. Bundesliga nicht möglich wäre. Derzeit unterscheiden sich die Anforderungen der DFL für Spielstätten der 1. und 2. Bundesliga aber nur marginal. Lediglich bei Flutlicht, Flächen für die TV-Produktion und Parkplätzen für Medienvertreter sind die Anforderungen in der 1. Bundesliga etwas höher als in der 2. Liga. Sollte das Stadion an der Grünwalder Straße zweitligatauglich ertüchtig werden, wäre nach unserer Überzeugung auch ein Spielbetrieb in der 1. Liga grundsätzlich möglich. Darauf wird in der Fragestellung aber leider nicht eingegangen.

Wie schon erwähnt, begrüßen wir ausdrücklich, dass der TSV 1860 München seine Fans um deren Meinung fragt. Wegen der genannten Schwächen dieser Umfrage sehen wir aber das große Risiko, dass die Ergebnisse am Ende falsch interpretiert und Schlussfolgerungen gezogen werden könnten, die mit der eigentlichen Meinung der Teilnehmer nicht im Einklang stehen.

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